Monat: Mai 2015

Vegetarische Piroggen

„Gib´ dem  Menschen eine gefüllte Nudel und er ist glücklich“ sagte ein Freund von mir anlässlich dieser Bilder.  Zwar handelt es sich bei Pierogi eigentlich nicht um „Nudeln“, aber glücklich machen sie trotzdem – und satt.

Vor einigen Wochen war ich das erste Mal in Polen und habe dort gelernt, wie man Piroggen macht. Dieses – zugegeben nicht ganz leichte – Gericht hat mir so vorzüglich geschmeckt, dass ich es, wieder daheim, gleich noch mehrere Male für Freunde und Familie zubereitet habe.  Ganz besonders lecker sind die heißen Pierogi nach einem langen Spaziergang an der wunderschönen und ursprünglichen Küste oder den dichten Wäldern Polens:

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Aber natürlich schmecken sie auch zuhause am Küchentisch und an jedem anderen Ort.

Zunächst wird für die „Pierogi ruskie“ die Füllung zubereitet. Dazu benötigt man gekochte Kartoffeln (erkaltet), Zwiebeln, Butter, Salz, Pfeffer, Muskat und Twaróg. Der Twaróg ist ein spezieller Käse, der bei uns nur schlecht erhältlich ist. Man kann ihn aber prima durch einen vollfetten Hüttenkäse ersetzen, den man einige Stunden in einem Tuch oder Sieb abtropfen lässt. Die Zwiebeln werden fein gehackt (ich mag es sehr fein, aber das ist Geschmackssache) und leicht gesalzen. Wenn sie etwas Wasser gezogen haben, gebe ich sie mit ein wenig Rapsöl in die Pfanne. Nachdem sie glasig geworden kommt noch  ein großes Stück Butter dazu. Haben sie Zwiebeln und Butter eine leichte Bräune, nehme ich sie vom Herd und lasse sie etwas abkühlen.

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Nachdem die Kartoffeln ausgekühlt sind, werden sie mit dem Kartoffelstampfer fein zerdrückt. Der zerbröselte Twaróg und die Zwiebeln kommen dazu: Alles gut vermischen und mit Salz, Muskatnuss und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Die Masse beiseite stellen und durchziehen lassen.

Nun kommt der Pierogi-Teig. Hierfür benötigen wir lediglich Mehl und kochendes Wasser. Das Mehl in eine Schüssel geben und das kochende Wasser in kleinen Schlücken dazugeben. Mit einem Kochlöffel jeden Schluck gut einarbeiten. Irgendwann wird die Masse zu klumpig für den Kochlöffel. Dann warte ich, bis der Teig soweit erkaltet ist, dass man ihn anfassen kann (er sollte allerdings immernoch heiss sein). Ab da an wird er mit den Händen weitergeknetet, bis sich aus der Mehlpampe ein gleichmäßiger Teig gebildet hat (er darf zum Schluss nicht mehr kleben). Dieser wird dann auf einer bemehlten Fläche dünn ausgerollt:

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Aus dem Teig mit einem runden Ausstecher, oder auch einem Glas, Kreise ausstechen. Die Kreise je mit einem Löffel der Pierogi-Masse füllen und dann verkleben. Das Verkleben bedarf ein wenig Übung. Vorsichtig werden die Kreise gefaltet und die Enden aneinandergeklebt. Der Teig darf nicht zu dünn sein, da  beim Kochen sonst die Füllung austreten würde, aber auch zu dick darf er nicht sein, da die Pierogi in erster Linie nach der Füllung und nicht nach dem Teig schmecken sollen. Zum Schluss wird der Rand der Pierogi mit einer Art Muster verziert, dass die Verklebung verstärkt und gleichzeitig so etwas wie ein Erkennungszeichen ist. Jede Familie in Polen, so wurde es mir erzählt, hat ein anderes Muster, mit dem der Rand ihrer Pierogi gestaltet wird. Ich habe das Muster wie oben übernommen, da es mir sehr gut gefallen hat und die Teigtaschen dadurch wirklich gut zusammenhalten.

Sind genug Pierogi vorbereitet, werden sie in siedendem Salzwasser gegart. Das geht erfahrungsgemäß recht schnell; kommt die Nudel aus dem kochenden Wasser nach oben an den Rand, ist sie gar.

Serviert werden die heissen Teigtaschen dann mit zerlassener Butter, gebratenen Zwiebeln oder Speck (oder auch allem gleichzeitig). Dazu ein gutes Glas Bier oder einen Wodka: Smacznego!

…und vielen Dank an Magda und Sara, die mir das Pierogi-machen beigebracht haben 😉

Flieder-Limonade

Weiss und violett: Noch ist es Mai und draußen blüht der Flieder. Aufgrund seines intensiven Duftes wird er allseits geschätzt. Dekorativ ist er noch dazu, weshalb es wohl nur wenige Haushalte gibt, in denen sich zur Blütezeit kein Fliedersträußchen auf dem Tisch findet. Schön und wohlriechend – so kennt man den Flieder, doch eines war mir bis vor Kurzem noch neu: Er lässt sich auch in der Küche verwenden. Wie aus den Blüten der Rose oder des Holunders, lässt sich auch aus Flieder eine Basis für Limonade herstellen. „Das ist doch mal was anderes“ dachte ich und habe es ausprobiert:

Zunächst benötigt man die Blüten von ca. 5 blühenden Stielen. Diese sollten bereits schön aufgeblüht sein. Je nach Farbe des Flieders, wird auch die Limonade heller oder dunkler. Je dunkler die Blüten, desto rötlicher wird der Farbton des Getränks. Bei der Ernte sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Flieder nicht ein einer dicht befahrenen Straße wächst oder anderweitigen Belastungen ausgesetzt ist. Die Blüten werden dann abgezupft und mit kaltem Wasser gewaschen. Nun kommt der ausgepresste Saft einer bio-Zitrone dazu, außerdem ca. 1 Liter Wasser und  – je nach Belieben – Zucker. Ich habe ungefähr 120 gr. bio-Rohrohrzucker verwendet. Das ganze auf dem Herd erhitzen (aber nicht kochen) und danach für einige Stunden ruhen lassen. Dann erneut erhitzen und durch ein feines Sieb abfiltern.

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Nachdem die Fliederessenz abgekühlt ist, kann sie mit Mineralwasser und Apfelsaft aufgegossen werden. Ein paar Eiswürfel dazu: Fertig ist die Fliederlimonade. Der Flieder schmeckt sehr intensiv, fast ein bißchen pudrig. Wie viel Saft und/ oder Wasser dazu kommt ist Geschmackssache: Das muss man individuell ausprobieren.

Viel Spass beim Nachmachen!

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Flower Crowns frisch von der Wiese

Nicht neu, aber gerade ziemlich angesagt: Blumenkränze im Haar. Üppig blühen sie derzeit in den städtischen Kaufhaus- und Boutiqueregalen. Und auch die bekränzten Häupter meist junger, weiblicher Partygängerinnen fallen uns in lauen Wochenendnächten immer öfter ins Auge. Überhaupt scheint es sich bei der Kombi „Frauenhaar + Blumenkranz“ um ein Traumpaar zu handeln, dass alle paar Jahre ein Revival erlebt. Schon lange vor der Flower-Power Ära in den 1960er und 70er Jahren flochten antike Damen zu festlichen Anlässen Kränze, um sich damit zu schmücken – ein absolut zeitloses Accessoire also.

Aber so schön die Kaufhausware auch sein mag, eines ist sie doch immer: Künstlich. Wer allerdings etwas Zeit und Geduld mitbringt, kann sich einen ganz individuellen Kranz mit den (Wiesen)Blumen seiner Wahl anfertigen und zwar ohne Klebstoff, Draht, etc. Einzige Vorraussetzung ist das Vorhandensein von genügend Blumen mit langen, biegsamen Stielen. Besonders gut eignen sich Gänseblümchen, Kamille oder auch diese kleinblütigen, gelben „Parkblümchen“ deren Namen ich bislang nicht ermitteln konnte:

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Wie gesagt, die einzige Voraussetzung ist, dass die Stiele lang und biegsam genug sind. Ansonsten sind der Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt. Ob groß- oder kleinblütig: Erlaubt ist, was gefällt. Hat man schließlich genug Blumen-Material gesammelt, kann man mit folgender Technik das Kranzbinden beginnen (ich habe das mal illustriert):

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Blüte für Blüte wird miteinander verschlungen. Dadurch, dass der Stängel der jeweiligen Blüte immer mit als „Unterlage“ für die nächste Blüte dient, wird das ganze erstaunlich kompakt und haltbar. Natürlich sollten die einzelnen „Knoten“ gut festgezogen werden – allerdings nicht zu fest, sonst reissen sie. Das entsprechende Fingerspitzengefühl stellt sich aber schnell ein. Abschließend können die Enden einfach mit ein paar robusten Grashalmen umwickelt und zusammengebunden werden: Fertig.

Ich habe über die Jahre schon viele Kränze dieser Art gemacht und es ist immer wieder ein Hingucker. Einziger Nachteil: Die Kränze welken. Wie schnell richtet sich nach der Art der verwendeten Blumen und der Witterung. Trotzdem kann ich nur empfehlen es mal auszuprobieren, denn alleine der Vorgang des Bindens hat etwas Meditatives. Den Stressabbau gibt´s also obendrauf. So strahlt nicht nur das bekränzte Haupt, sondern auch das davon gerahmte Gesicht.

Viel Spass beim Ausprobieren!

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